Der Traum von der benevolenten KI

Die Menschen regieren sich gegenseitig in ungerechter Grausamkeit. Wäre es da nicht besser, das Regieren einem Computer zu überlassen? Was, wenn wir eine künstlichen Intelligenz hätten, eine benevolente KI, die Gerechtigkeit und Notwendigkeit abwiegt, entscheidet und dabei ständig versucht, das Glück aller zu maximieren? Wäre das nicht endlich eine Politik ohne Machtmissbrauch und Korruption, aber mit der totalen Transparenz rein zahlenbasierter Entscheidungen? Der Traum von der benevolenten KI weiterlesen

Alexander Kluge was here

Bild: NASA
Bild: NASA

Veteranen von Stalingrad,  mehrfach verjüngt und aufgeputscht mit Pervitinspritzen. Kaltblütige Kapitalisten, die auf der Suche nach Rohstoffen ganze Sonnen auslöschen. Raumschiffe, zur Hälfte mit Salzwasser gefüllt, voller symbiotisch lebender Delphine und Menschen, die am Strand Zärtlichkeiten austauschen. Dazu ein Schuss Adorno. Das hat sich Alexander Kluge 1969 ausgedacht und gibt es bei Bayern 2 zu hören.

Welt als Spiel

„Was euch existieren läßt, ist nicht die Kraft eures Begehrens (das energetische und ökonomische Imaginäre des 19. Jahrhunderts), sondern das Spiel der Welt und der Verführung, es ist die Leidenschaft, zu spielen und mit sich spielen zu lassen, die Leidenschaft der Illusion und des Scheins – es ist das, was von außen kommt, von den anderen, aus ihren Gesichtern, was euch verwirrt und überlistet, was euch zwingt zu existieren, es ist die Begegnung mit dem und die Überraschung über das, was vor euch, außerhalb von euch und ohne euch existiert – es ist die wunderbare Exteriorität des reinen Objekts, des reinen Ereignisses, welches sich ereignet, ohne daß ihr etwas dazu beitragt – welche Erleichterung letztendlich – nur darin liegt etwas, was euch verführt: man hat uns viel zu sehr bedrängt, die Ursache aller Dinge zu sein und für alles eine Ursache zu finden. Ein mineralisches Objekt, das Ereignis einer Sonnenwende, ein sinnliches Objekt, eine verwüstete Form – all das verführt euch, denn es hat nichts mit eurer Wunschökonomie zu tun, und es verführt euch, weil der Mensch, der nur in seinem eigenen Wesen existiert, nichts ist und nur existiert, um außerhalb seiner selbst im Spiel der Welt und im Rausch der Verführung geschaffen zu werden.“

Jean Baudrillard, Die fatalen Strategien

Hufeisen

„In der Nähe unseres Ferienhauses in Tisvilde wohnt ein Mann, der hat über der Eingangstür seines Hauses ein Hufeisen angebracht, das nach einem alten Volksglauben Glück bringen soll. Als ein Bekannter ihn fragte: ‹Aber bist du denn so abergläubisch? Glaubst du wirklich, dass das Hufeisen dir Glück bringt?›, antwortete er: ‹Natürlich nicht; aber man sagt doch, dass es auch dann hilft, wenn man nicht daran glaubt.“

Werner Heisenberg via Nils Bohr