George Carlin: Comedy trifft Philosophie

George Carlin ist neben Richard Pryor wohl der beste englischsprachige Stan-Up-Comedian. Seine Stücke bestehen aus einer ganz eigenen Mischung aus Obszönität, Alltagsbeobachtungen, Machtkritik und Betrachtungen zu Leben und Tod. Dabei bediente sich der ehemalige Jesuitenschüler häufig einwandfreier logischer Argumentationen und anderer philosophischer Methoden, besonders der reductio ad absurdum. Hier ein Beispiel, in dem er sich die Vorstellungen von der Heiligkeit des Lebens und der Todesstrafe vornimmt.

Vorlesung: 44 Stunden Marx

Der Anthropologe und Geograph David Harvey lehrt seit über 30 Jahren Marx. Auf seiner Website sind zwei komplette Vorlesungsreihen zu den beiden Bänden von „Das Kapital“ verfügbar. Harvey unterstreicht im Laufe der Vorlesungen immer wieder, wie sehr Marx im Laufe seiner großen Erzählung darauf achtet, keine statischen Kausalketten zu knüpfen, sondern ein Bild dynamischer Prozesse zu zeichnen. Die Vorlesungen ersetzen bestimmt nicht die Lektüre, bieten aber eine sehr hilfreiche Einordnung des langen und oft langwierigen Textes. Vorlesung: 44 Stunden Marx weiterlesen

The Big Eye

„The earthlings behaved at all times as though there were a big eye in the sky. As though that big eye was ravenous for entertainment. The big eye was a great glutton for big theater. The big eye was indifferent as to whether the shows were comedy, tragedy, farce, satire, athletics or vaudeville. It’s demand, which earthlings apparently found as irresistible as gravity, was that the shows be great.“

Kurt Vonnegut, 1959. The Sirens of Titan.

Codex Seraphinianus

Eine Serie von Ausschnitten aus der surrealen Enzyklopädie „Codex Seraphinianus“ von Luigi Serafini gibt es bei wired.com. Der Artikel erschien 2013 zur Neuauflage  des 1981 erschienenen Buchs.

Alle Texte und Beschreibungen in diesem Buch sind in einem speziellen und nicht leserlichen Alphabet geschrieben und rufen damit ständig die Frage hervor: Was könnte dort stehen? Es sind keine Blindtexte, sondern Platzhalter für Imagination.

Slavoj Žižek: The Reality of the Virtual

Eine Vorlesung des Philosophen Slavoj Žižek aus dem Jahr 2003. Er führt seine Interpretation von „Virtualität“ und „Realität“ aus und geht ausführlich auf den Lacanschen Dreischritt des Imaginären-Realen-Symbolischen ein. Žižek tritt für einen „rein formalen Materialismus“ ein, der von einer  ursprünglichen Differenz  ausgeht. Damit ist kein erstes Gegensatzpaar gemeint, sondern ein grundsätzlicher Moment der Asymmetrie, der Selbst-Differenz zweier Zustände, aus denen dann die historische Vielheit entspringt.

Klingt ziemlich abstrakt und das ist es auch. Ich frage mich, ob er sich an einer Beschreibung des Wesens der Zeit versucht, ohne den Begriff zu benutzen? So verstehe ich es jedenfalls. Sobald es zwei unterschiedliche Zustände gibt – erst war es so, dann so – läuft die Zeit. Wenn sie irgendwann angefangen hat (Urknall etc.), müsste das bedeuten, dass es „vorher“ eben keine Unterschiede gab. So gesehen, hat die Welt irgendwie mit einem ersten Unterschied -der Zeit- begonnen.

 

Dreams of Amputation

„It is not a narrative of decline or of progress, although having the two sides was no small comfort to most. If it is to be viewed as a tale of our ascendance, then it should be compared to the enchanted climb of the cordyceps-infested ant, as alone in the canopy we sit, our bodies little more than roots to a deranging idea still in hibernation. The bony growth will one day erupt through my skin and discharge its poisonous spores aloft with me attached to them; I will ride my way out of here on the back of a toxin puff, each of its spores wearing my smile forever. “

Gary J. Shipley, 2013. Dreams Of Amputation. (20)