Alle Beiträge von Thorsten Storck

Glückliche Kritiker

„Das Vertrauen zum Leben ist dahin: das Leben selbst wurde zum Problem. — Möge man ja nicht glauben, dass Einer damit nothwendig zum Düsterling geworden sei! Selbst die Liebe zum Leben ist noch möglich, — nur liebt man anders. Es ist die Liebe zu einem Weibe, das uns Zweifel macht… Der Reiz alles Problematischen, die Freude am X ist aber bei solchen geistigeren, vergeistigteren Menschen zu gross, als dass diese Freude nicht immer wieder wie eine helle Gluth über alle Noth des Problematischen, über alle Gefahr der Unsicherheit, selbst über die Eifersucht des Liebenden zusammenschlüge. Wir kennen ein neues Glück…“

Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

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George Carlin: Comedy trifft Philosophie

George Carlin ist neben Richard Pryor wohl der beste englischsprachige Stan-Up-Comedian. Seine Stücke bestehen aus einer ganz eigenen Mischung aus Obszönität, Alltagsbeobachtungen, Machtkritik und Betrachtungen zu Leben und Tod. Dabei bediente sich der ehemalige Jesuitenschüler häufig einwandfreier logischer Argumentationen und anderer philosophischer Methoden, besonders der reductio ad absurdum. Hier ein Beispiel, in dem er sich die Vorstellungen von der Heiligkeit des Lebens und der Todesstrafe vornimmt.

Vorlesung: 44 Stunden Marx

Der Anthropologe und Geograph David Harvey lehrt seit über 30 Jahren Marx. Auf seiner Website sind zwei komplette Vorlesungsreihen zu den beiden Bänden von „Das Kapital“ verfügbar. Harvey unterstreicht im Laufe der Vorlesungen immer wieder, wie sehr Marx im Laufe seiner großen Erzählung darauf achtet, keine statischen Kausalketten zu knüpfen, sondern ein Bild dynamischer Prozesse zu zeichnen. Die Vorlesungen ersetzen bestimmt nicht die Lektüre, bieten aber eine sehr hilfreiche Einordnung des langen und oft langwierigen Textes. Vorlesung: 44 Stunden Marx weiterlesen

The Big Eye

„The earthlings behaved at all times as though there were a big eye in the sky. As though that big eye was ravenous for entertainment. The big eye was a great glutton for big theater. The big eye was indifferent as to whether the shows were comedy, tragedy, farce, satire, athletics or vaudeville. It’s demand, which earthlings apparently found as irresistible as gravity, was that the shows be great.“

Kurt Vonnegut, 1959. The Sirens of Titan.

Codex Seraphinianus

Eine Serie von Ausschnitten aus der surrealen Enzyklopädie „Codex Seraphinianus“ von Luigi Serafini gibt es bei wired.com. Der Artikel erschien 2013 zur Neuauflage  des 1981 erschienenen Buchs.

Alle Texte und Beschreibungen in diesem Buch sind in einem speziellen und nicht leserlichen Alphabet geschrieben und rufen damit ständig die Frage hervor: Was könnte dort stehen? Es sind keine Blindtexte, sondern Platzhalter für Imagination.