Steinreise

Ein Stein ist eine langsame Geschichte
Als Hammer, als Pfeilspitze wird er schneller
Und landet auf dem Schleifpapier im Keller
Bleibt erstmal liegen, wird Teil neuer Dichte

Er wirbelt in den Magen eines Krill
Wird Bau der Käferzivilisation
Und dann kommt eine Sonnenexplosion
Der Stein ist schweigsam, aber nicht sehr still

Viel später werden Zeichen eingekratzt
Beginnt zu sprechen über all die Ferne
Nur bald schon ist die Nachricht abgeplatzt

Nach langer Zeit ist vieles abgestorben
Doch dieser Stein bereist die weiten Sterne
Kein Todeswissen, ist ganz unverdorben

Krähen

Wir essen Platik bei der Tonne und
Es schmeckt uns langsam, man gewöhnt sich schon
Sehr bunt und immer genug davon
Auch die Gedärme werden kaum noch wund

Wir merken, es wird wärmer, und der Dampf
hat diesen säuerlichen Salzgeschmack
Riecht nach Maschinenfett, nach neuem Lack
Und irgendwo da stirbt etwas im Krampf

Die Jungen werden richtig groß und dick
Dank langer Polymere alles schick
Wir hängen ab und warten auf den Schmaus

Kein Strom und kein Empfang, man hört Gekreisch
Dann gibt’s ne Weile nur noch Menschenfleisch
Wir Krähen hacken uns die Augen aus

Ritual Illusion

Definitions, wether of self or the other, are always dialectical. Ritual attempts to fix them, but life – the real, the natural – belies ritual. And so rituals must be reproduced in life and words. It is perhaps our longing for the fixed, the real collapsed into the symbolic, nature collapsed into ritual, that has led us in the west to see such rites as rites of passage, rites of smooth and continuous transition from one state to another, rather than as violent rites of disjunction that are in essence, and perhaps in function, purposefully disjunctive.

[…]

We should respect in the Other the same mystery we expect others to respect in ourselves. This too is a social fact.

Vincent Crapanzano, Tuhami