Herostraten

Tötende junge Männer überall. In diesem Artikel von David Wong gibt es einen Überblick über einige der Täter. Ihnen Aufmerksamkeit zu widmen, ist eine schwierige Sache, doch das Fazit lesenswert.

* Their average age was 27, no one older than 31.
* Most, but not all, came from broken homes.
* Most, but not all, felt like they had no prospects for the future.
* Most, but not all, had latched onto a violent movement’s ideology.
* Some, but not most, had studied or idolized previous mass killers.
* Some, but not most, had histories of criminal activity or violence.
* All of them thought mass murder would give their lives meaning.
* All of them saw their victims as nothing more than fodder — lifeless vessels to absorb their rage.

Warum junge Männer freudig morden, versucht Klaus Theweleit zu ergründen, die oberflächliche Zusammenfassung wäre: Sie sind zu viel geschlagen und zu wenig gestreichelt worden.

Das mag stimmen, doch erklärt es nicht die aktuelle Flut dieser Taten. Dass mediale Aufmerksamkeit und der Wunsch nach Berühmtheit eine große Rolle spielt, ist klar. Es scheint eine Art suizidales Herostratentum zu sein, dessen Erfolg sich an der Anzahl der Opfer misst.

Der Amoklauf ist zu einer verbreiteten gesellschaftlichen Rolle geworden, die man spielen kann. Sie ist wohl besonders attraktiv für die Generation, deren Pubertät bereits von der digitalen Selbstrepräsentation im Internet geprägt war. Doch das ist alles nicht zwangsläufig. Andere werden, den notwendigen Wohlstand vorausgesetzt, zu modernen Eremiten.

LUCA

Neue Ergebnisse zu LUCA, dem letzten gemeinsamen Ahnen aller Lebewesen überhaupt.

Die neuen Daten unterstützen die Theorie, dass das Leben an Tiefseehydrothermalquellen entstand und dass die ersten dort lebenden Organismen Autotrophe waren – Organismen, die alle ihre essentiellen Nährstoffe wie Aminosäuren und Vitamine aus Kohlendioxid selbst synthetisieren.

US-National-Oceanic-and-Atmospheric-Administration
US-National-Oceanic-and-Atmospheric-Administration

Poesie

There is no stable definition of what counts as a poem. Is it prosody? Rhyme? An emotional quality? A decision on the part of the writer? The reader? Is it just a superlative? What’s a prose poem? And so on. I think what makes poetry “special” in this regard is precisely the assumptions and expectations that gather around the amorphous term. And part of this has to do with how “poetry” can name, independent of actual poems, a kind of limit case of language—the desire to do something with words that we can’t actually do. 

Ben Lerner